See Peru in 7 days – Reisebericht

So, 2 Stunden vor aufstehen. Muss noch Koffer packen. Ab jetzt folgen, hoffentlich, Einträge als Kommentare. Wünscht uns Glück und Gesundheit und wir versuchen wie versprochen viele Bilder mitzubringen.

20 Responses to See Peru in 7 days – Reisebericht

  1. luigi says:

    Los ging es gleich mit dem Super-Gau.
    Menschenleere Autobahn, Regen wie aus Eimer aber pünktlich am Flughafen Marconi in Bologna eingetroffen. Anstellen, ein-checken und auf die Frage “Fliegen wir pünktlich?” ein freundliches Lächeln und “Natürlich” als Antwort bekommen. Es war Zeit für alles, Cappuccino, Kippe usw..
    Große Verabschiedung, dann Sicherheitskontrolle und genau um 6:30 am Gate gestanden. 10 min. bis Boarding. die haben sich dann locker in 30 verwandelt aber immer noch positiv. Nochmal Fragen “Was für ein Problem hat die Maschine denn?” aber der Ton der Antwort war schon anders. Kein Lächeln mehr und ein barsches “Kein Problem, in 5 Minuten steigen wir ein”. OK, 5 italienische Minuten später ab in den Bus und unter Regen in den Flieger.
    Egal, Hauptsache es geht Los!
    Weit gefehlt. 25 Minuten später dann die Durchsage des Kapitäns “lo siento aber irgend ein Enteisungsteil des Flugzeuges ist kaputt und mit Rücksicht auf unsere Sicherheit veranlasse ich das die Passagiere das Flugzeug wieder verlassen. Diese Maschine kann nicht starten”. Damit war unsere Zeitreserve erschöpft. Wer das schon Mal erlebt hat weiß was jetzt kommt. 98 Leute drängen sich um eine Flughafenangestellte und reden auf sie ein.
    Iberia hat kein Büro in Bologna und somit muss das Marconi Personal sich das ganze Lamentieren anhören (ohne große Freude).
    Der Flieger war voll von Leute die einen Anschlussflug verpassen würden. Wie immer, perfektes Chaos. Jetzt Richard kontaktieren aber der war schon in der Luft. Wenigstens einer. Gut dass ich die Hotline von Iberia anrufen konnte (die Nummer war mir schon öfters von Nutzen, leider). Zur Auswahl stand ein Tag verlieren, also wieder das ganze Drama mit 3 Uhr aufstehen und neues Glück oder den Abendflug mit Anschluss in Madrid um 01:15 nach Lima. Ankunft wäre dann 6 Uhr Morgens Lokalzeit, also keine Übernachtung mehr in Lima aber dafür würden wir unseren Bus nach Nazca problemlos schaffen. Keine schwere Entscheidung. Was aber mit Richard? Können wir den auch umbuchen? Leider nicht, die Spätmaschine ist ausgebucht und da er ja nicht verspätet ist oder einen anderen Grund hat geht das nicht, auch nicht gegen Aufpreis. Der arme. Das, was wir unbedingt vermeiden wollten war nun eingetreten, Richard alleine im Flieger nach Peru. Gut, Hotel in Lima ist gebucht und Abholservice auch. Das kriegt er hin, er darf bloß nicht unterwegs aussteigen. Wir unsere Koffer geholt, Mietwagen organisiert und ab nach Hause während ganz überraschend der Flug nach Madrid wieder aufgerufen wurde. Ehhhh? Egal, wir waren schon umgebucht und die über 2 Stunden Verspätung hätten uns so oder so das Genick gebrochen. Also Richard nochmals informiert und ab nach Ravenna. Dann, fast schon zu Hause, die Erleuchtung trifft mich wie einen Schlag. Richard kann gar nicht ein-checken da ich das Ticket gekauft habe und die Kreditkarte am Schalter vorgelegt werden muss. Ach du Sch…., was jetzt. Zu Hause nochmal den Iberia Service beschäftigt um Richard doch noch auf unsere Maschine zu kriegen, wenn’s sein muss in Business aber keine Chance. Maschine ausgebucht und lange Warteliste. Und jetzt das tollste, wenn Richard am Schalter erscheint und nicht angenommen wird dann ist ist das ein “No show”, Ticket verfällt, basta, aus. Was geht? Richard muss umgebucht werden. Ok, auf der anderen Leitung Richard informiert das er sich bloß nicht am check-in blicken lassen soll und den Iberia Service mit Alternativen suchen beschäftigt. Aber, keine Chance, einzige Möglichkeit ist der 12:40 Flug am Montag, also ein Tag später. Wieder war die Wahl leicht, verfallen oder next day. Für den mickrigen Aufpreis von 45% Ticketpreis den Jungen also auf die andere Maschine gehievt. Richard wieder informiert, ich denke, der hat’s langsam schon nicht mehr geglaubt. Natürlich kann er nicht 24 Stunden in Madrid Barajas rumhängen, ist ja kein Tom Hanks. Kurzerhand Zimmer im Novotel “Campo de Las Naciones” in Flughafennähe besorgt und jetzt ruht sich der Gute dort aus. Wir treffen ihn, nein, wenn alles klappt, dann treffen wir ihn heute Abend im Flughafen wieder um uns etwas auszuweinen während wir versuchen unser Gepäck noch in die Spätmaschine zu laden. Dann fliegen wir und Richard geht zurück ins Hotel und darf sich am nächsten Tag anstellen. Jetzt muss ich nur noch das Hotel in Lima um ein Tag verschieben und Roby muss das gleiche mit unserem Bus versuchen. Das am Sonntag in Cuzco! Ich habe wenig Hoffnung. Ehrlich gesagt, ich weiß nicht wie das ausgeht. In einer Stunde muss ich wieder zurück nach Bologna und mir fallen langsam die Augen zu. Das schlimmste steht noch bevor aber wir lassen uns nicht aufhalten. Immerhin hätte es schlimmer kommen können, zum Beispiel wenn wir doch geflogen wären, so nach 9:00 und frühstens um 11:30 oder 12:00 in Madrid gelandet wären. Bis wir den Weiterflug hätten ein-checken können wäre es zu spät gewesen und alle 3 Tickets wären verfallen, auch die Rückflüge. Gott bewahre. Ich durfte noch einmal zu Hause essen, der Opa auch. Das war das Gute daran. Mehr folgt….

  2. luigi says:

    Vorweg, Ende gut, alles gut. Wir konnten einigermassen pünktlich in Bologna in den Flieger und mit einem Hochgefühl waren wir auf den Weg nach Madrid. 2 Stunden später dann der nächste chock. Der Kapitän eröffnet uns das der Verkehr über Madrid sehr stark sei und das wir gratis 25 Minuten Rundflug bekommen. Wie es eben sein muß, durch Abflug und Warteschleife war der schöne Vorsprung wieder futsch. Beim Koffer holen erreich mit Richard und wir vereinbaren ein Treffpunkt. Opa wartet auf die Koffer. Richard war sichtlich erleichtert als er mich erblickt und ich schleppe ihn gleich zum Iberia Schalter. Dort wird sein Ticket bestätigt und alles ist gut. Opa erreicht uns und wir checken ein nach Lima. Richard darf auch schon ein-checken und mir fällt wörtlich ein Stein vom Herzen. Somit braucht er morgen nur noch den Koffer abgeben und ich bin sicher er fliegt. Er geht zurück ins Hotel und wir steigen etwas später in den Flieger. Was soll ich sagen, das waren die schnellsten 12 Stunden in meinem Leben. Gepennt von Start bis Landung. War auch besser so denn die Iberia Geschichte ist es nicht Wert. Mein Sitz ließ sich nicht zurückklappen, es gibt noch die alten “NackenwirbelschmerzKorridorBildschirme”, kein gescheites Musikprogramm und voll war die Maschine auch. Einziger Pluspunkt: bei der Landung konnte man den Flieger aus einer Ruderkamera beobachten, also Landung Live, echt nett. Nach Immigration und Zoll war es soweit, raus in die Ankunftshalle. Hatte meine Nachricht das Hotel in Lima noch erreicht? Würde jemand das sein um uns abzuholen? Cool, ich kann meinen Namen auf einen Stück Karton erkennen, Bingo. Bloß läuft der Typ weg bevor ich ihm ein Zeichen geben kann, also sprinten und hinterher. Alles klar, er ist für uns da. Offensichtlich hatter er schon für Ersatz gesorgt denn er musste 3, ich glaube nordische, Damen absagen mit der Begründung, sie hätten nicht bestätigt. Mir egal, rein in das aus China im 17ten Jahrhundert importierte Auto und sofort in den chaotischsten Verkehr den man gesehen hat, Mailand, Palermo oder Paris sind ein Kinderspiel dagegen. Eine Stunde später sind wir Hotel. Richard konnte ich nicht mehr erreichen da er losgeflogen ist als wir landeten. Ich hoffe er sitzt im Flieger. Das Hostal Roma befindet sich im alten Teil der Stadt, Lima Colonial, und ist soweit in Ordnung, Zimmer mit Bad, mehr interessiert uns nicht. Da ich den ganzen Flug geschlafen habe bin ich ausgeruht und kann mir die Satdt etwas anschauen. Was auffällt sind die Häuser mit Flachdach. Es gibt nur Flachdächer, nicht anderes. Alles sieht aus wie kleine Würfel, ma in besserem, mal in sehr schlechtem Zustand. Das andere, das mich beindruckt hat sind die Sicherheitsvorkehrungen. Jedes Gebäude das kein Privathaus ist hat eine Mauer mit oder ohne Stacheldraht drum herum. Alle Mauern besitzen kleine Wachposten mit Ausguck und Schießscharten. Ganz klar Überreste aus einer nicht so ruhigen politischen Zeit. Wenn ein Gebäude verputzt ist dann vorwiegend in warmen Farben, Braun, Terracotta, Orange. Lustig ist das Hupen der Autos, durchgehend präsent. Nach einer Weile nervt es allerdings. Wir wollen den Tag nutzen um “El Candelabro” in Paracas zu besichtigen, also bei einem Busunternehmen nachfragen aber leider dauert die Fahrt nach Pisco alleine schon 4,5 Stunden. Wir würden nicht rechtzeitig zurück sein um Richard abzuholen. Ich frage Luis, unseren Taxifahrer. Er macht es führ 500 Sol. Was soll´s, ist nur einmal im Leben. Nach einem Autowechsel fahren wir los und als wir auf der Panamericana sind hat sich ein weitere Traum erfüllt, den vom Opa nämlich. Jetzt muss ich frühstücken, bald geht´s weiter. Nur zur Sicherheit, uns geht es allen gut.

  3. luigi says:

    So, aud der Panamericana immer weiter Richtung Süden bis Pisco, dort abgebogen nach Paracas. Wir erreichen nach einigem Nachfragen das Natur Reservat. Am Eingang erklärt man uns das der “Candelabro” nicht vom Festland aus zu sehen sei, wir müssen ein Boot chartern. Nach 3,5 Stunden Fahrt schon eine kleine Enttäuschung. Bla, bla, bla, der Aufseher meint, er hätte einen Kumpel, der wäre gerade da, der könnte uns dorthin führen, kostet aber extra. Jetzt kein Zurück mehr. Wir sagen OK und der Typ, sein Name ist Ramses, steigt ein. Wir folgen den Weg auf ´ner normalen Straße und biegen dann von dieser ab. Nach 20 Minuten über die Vulkanwüste erreichen wir einen Aussichtspunkt. Der “Candelabro” ist zwar nicht frontal zu sehen aber man kann ihn auch ganz gut von der Seite sehen. Klar, in Natura ist es einfach eine Zeichnung in Stein gerizt aber trotzdem sind wir ergriffen.
    Wir bleiben 5 Minuten, dann geht es wieder zurück. Ramses freut sich über die 10$ Trinkgeld und wir hetzen wie die blöden zurück nach Lima um rechtzeitig Richard abzuholen. Die Hinfahrt war überraschend. Die Landschaft wechselt permanent zwischen Wüste und grüne Streifen. Der Pazifik ist wunderschön aber die Ortschaften durch die wir fahren sind erschreckend. Von Häuser in unserem Sinne keine Rede, eher Ruinen mit Dach. Komplette Ortschaften bestehen nur aus Holzverschläge mit Türen. Wir rätseln wer und wie man dort leben kann, ohne Wasser, Strom oder Kanalisation. Der Verkehr ist dementsprechend, es ist die einzige Route in den Süden. LKW´s die dahin schleichen wechseln sich mit Reisebusse ab. Unterwegs wurden wir 4 Mal von der Polizei kontrolliert. Diese ist omnipräsent. Es ist ein so grosser wiederspruch, von einer Seite der ruhige und klare endlose Pazifik, auf der anderen Seite Hütten mitten in der Wüste. Strassen sind mit weissen Flußsteinen gezeichnet und begrenzen fiktive Grundstücke. Überall ist Verfall, vielleicht auch wegem dem Erdbeben vor 2 Jahren aber für uns sieht das alles schlimmer aus. Hier und da sind Zeichen eines Wohlstandes zu erkennen den es Heute nicht mehr gibt. Morgen machen wir die Reise nochmal, auf den Weg nach Nazca. Vielleicht kann ich ein paar Fotos machen. Um 20 vor 7 sind wir zurück in Lima und rennen in den Flughafen. einige Telefonate hatten schon Krisencharakter. Richard war früher gelandet und hatte wohl das Gefühl wir hätten in Lima versetzt. Halb so wild und alles war wieder ruhig als er mich erblickte. Dann zurück ins Hostel, wieder durch die “Prozession des Wunders” die den Verkehr in der Haupstadt jedesmal lahmlegt. Nachdem Richard sein Zimmer gesehn hatte, so denke ich, fiel auch von ihm die Nervösität ab. Erstmal was warmes Essen und der Hotelier begleitet uns in ein Restaurant. Hola, Hola und es stellt sich heraus, der Besitzer ist ein Deutscher. Wir nehmen Steaks und bekommen nach dem Hauptgang auch die Vorspeise. Opa meckert wegen fehlender Tischdecken aber ich denke das vergeht bald. Dann machen wir noch einen kleine Spaziergang und sehen den Präsidentenpalast. Polizei überall. Um 10 Uhr Lokalzeit ab in die Heia und endlich einmal ausstrecken. Wir schlafen alle wie die Steine. Am nächsten Morgen haben wir etwas Zeit und geniessen das Frühstück, anschliessend raus aus dem Hostel und ab zu Cruz del Sur um unseren Bus nach Nazca zu erwischen. Heute abend treffen wir den “Gringo”. Dann feiern wir.

  4. luigi says:

    Die Fahrt nach Nazca ist angenehm. Der Bus ist konfortabel und es läuft ein Film nach dem anderen.
    Die Hälfte der Strecke hatten wir ja schon gesehen aber die höhere Perspektive erlaubt eine neue Sichtweise. Das Land hat viele Gegensätze die bei so einer Fahrt einfach deutlich werden. Irgendwann, es ist schon dunkel, erreichen wir Nazca und ich bin etwas aufgeregt. Sicherlich weil ich Roby nach gut 4 Monaten wieder sehen werde aber auch weil dies so ein besonderer Ort auf unserer Erde ist. Die Stadt erinnert etwas and Wild West und hat keine besondere Atmosphäre. Die muß man einfach selber mitbringen. Das Wiedersehen mit dem “Gringo” ist schön und wenn man sieht das es ihm gut geht geht´s einem selber auch schon besser. Roby bringt uns ins Hotel und anschließend gehen wir was futtern, Touri mäßig aber gut, selbst Opa meint “muy bueno”. Zum Abschluss des Abends noch einen Besuch in einer guten Pisco Bar. Wir nehmen gleich eine Flasche und probieren so zum ersten Mal den Anden Grappa. Gut! Kann man trinken. Wie kann es anders sein, der “Gringo” gibt Geschichten zum besten, wir lachen, staunen und … trinken. Mit einem wohligen Gefühl im Magen ziehen wir uns zurück und schlafen ausgiebig. Heute ist der Tag danach, keine Kopfschmerzen. erstmal Frühstücken, dann die Tagestour planen. Unser Zeitplan kam durch den verlorenen Tag etwas durcheinander und wir müssen die Aufenthalte straffen. Das heisst, heute Nacht weiter nach Arequipa, morgen Nacht weiter nach Puno und übermorgen Nacht weiter nach Cuzco. Kein Hotel mehr, nur im Bus schlafen. Mal schauen wie wir das überstehen. Heute sind erstmal die berühmten Linien dran. Auf den Überflug haben wir verzichtet, hauptsächlich wegen “Kotzgefahr” aber wir werden den Mirador benutzen. Heute Nachmittag schauen wir uns dann ein Friedhof an, Opa hatte besonderes interesse angemeldet, wahrscheinlich aus berufliche Gründe. Ach so, mein Telefon tut wieder, ich fühle mich wieder wie ein Mensch. Weiß nicht wie lange, hab aber schon zu Hause angerufen. Opa hat gerade 3 Postkarten mit Briefmarken für 39 Soles gekauft (über 10 EUR)!!!! Ich schicke keine Postkarten und Grüße alle von hier. Hasta luego amigos.

  5. laura says:

    super das am ende dann auch alles “gut” gegagen ist :) hehhehe ihr werdet bestimmt einen schoenen urlaub haben ehheheh… und wie ist die geschichte dad ihr nur noch im bus schlaeft????ehehhehe das wird ein abenteuer! passt au euch auf, und schreibt schoen :) hab euch lieb kussi

    ps. daddy oggi ho preso un buon voto in storia dell’arte ehhehehehhe :)

    DIVERTITEVI <3

  6. luigi says:

    Erstmal freut es mich daß ich nicht alleine bin. Kompliment, Laura, für die gute Note.
    Dann zu unserem Tag in Nazca. Morgens Ausflug zu den Linien. Zuerst besteigen wir einen Hügel von dem aus Linien zu sehen sind. Diese verlaufen in verschiedene Richtungen und, wie unser Führer Arturo erklärt, zeigen sind auf Sonnen Aufgänge und Untergänge im Jahr, hauptsächlich zu den Sonnenwenden. Arm ausgedrückt sind es wichtige Zeitpunkte im Inca Kalender. Entlang der Linien befinden sich dann auch die Figuren. Was diese bedeuten weiß man nicht außer das einige davon Sternenkonstellationen entsprechen könnten. Weiter geht es zum “Mirador”, ein Metallturm von 25 Meter, von dem aus man 2 Figuren sehr gut sehen kann,
    “Die Hände” und “Den Baum”. Ich bin überrascht wie klein sie sind, die erste vielleicht 8 m, die zweite so um die 15 m. Also, es gibt auch größere Figuren aber einige sind sicherlich auch von einem Hügel oder Turm zu sehen. Das Ganze entmystifiziert sich doch etwas. Anschliessend geht es zum Museum von Frau Dr. Reiche, eine deutsche Mathematikerin die ihr Leben der Erklärung der Nazca Linien gewidmet hatte. Zwei Hütten, einige Ausstellungsstücke, Fotos und Zeichnungen, ein Grab. Immerhin interessant und einige Fragen die mir Einfallen bleiben unbeantwortet. Zum Schluss fragt uns Arturo ob wir eine typische Spezialität der Region probieren wollen und wir ziehen uns nicht zurück. Es stellt sich heraus das es etwas ähnlich dem Spanferkel ist. Glück gehabt und wir geniessen das Essen mit weißem Mais und Bier. Dann zurück nach Nazca auf einen Kaffee denn um 15:00 geht es weiter. Beim Kaffee besprechen wir die Situation und kommen zur Erkenntnis das die Zeit uns nicht reicht so weiterzureisen wie gedacht. Plan war denn 23:00 Uhr Bus nach Arequipa zu nehmen und am nächsten Abend weiter nach Puno. Pech gehabt denn der (einzige) Bus von Arequipa nach Puno fährt schon morgens um 8:00 los, eine Stunde früher als wir ankommen würden. Wenn wir ein Tag und eine Nacht in Arequipa bleiben wird alles andere eng. Nach einigen Debatten und bevor die Situation eskaliert werden wir uns einig und entschliessen uns zuerst nach Cuzco zu fahren. Also Machu Picchu vorverlegen und Titicaca zum Schluß. Beim Versuch die schon bezahlten Tickets für Arequipa umzubuchen dann die nächste böse Überraschung. Wir kommen 12 Minuten zu spät an den Schalter und umbuchen geht nicht mehr. Na ja, nach etwas dumm dreinschauen erbarmt sich die nette Peruanierin und bietet uns an die Hälfte der Tickets zu erstatten wenn wir neue Tickets für Cuzco kaufen. Uns bleibt nicht viel übrig und akzeptieren den Deal. Die Zeit drängt, die Nachmittagstour steht an. Arturo ist pünktlich da und los geht es zu einen frühzeitigem Friedhof, 12 Gräber mit einer oder mehr Mumien. Wieder mal besser als gedacht und es fällt auf wie wenig Mittel doch die Peruaner für den Erhalt ihrer Sehenswürdigkeiten zur Verfügung haben. Die Mumien befinden sich in den offengelegten Gräber und sind dem Wüstenwind fast ohne Schutz ausgeliefert. Über 600 Jahre mumtien sie vor sich hin bis der Touristen Tram Tram jetzt ihre Existenz ernsthaft bedroht. Einige war der Verfall deutlich anzusehen. Anschliessend haben wir noch einen Goldmacher besucht der uns zeigte wie das Gold aus Minengestein mit der Hilfe von Quecksilber gewonnen wird. Als wir wegfahren wollten gab mir ein Leichenzug Zeit für eine Zigarette. Was neues für uns waren die Samba Klänge die die Trauergäste begleiteten. Auf einem Pickup, der dem Zug folgte, waren 2 riesige Boxen montiert aus denen südamerikanisch Tanzmusik erklang. Als wir Arturo danach fragten erklärte er uns das auf der Beerdigung seines Vaters die gleichen Lieder gespielt wurden. Ich glaube er hatte unsere Frage nicht verstanden. Zurück im Hotel eine Dusche genommen und den Koffer gepackt und zum erstenmal sowas wie 10 Minuten Ruhe zum ausspannen gehabt. Unser Bus würde um 21:00 Uhr gehen und wir hatten noch 2 Stunden Zeit. Wir entscheiden uns etwas durch die Stadt zu schlendern und konnten mit etwas Glück auch jemand finden der uns eine frische Ananas verkauft und schält. Was für ein Genuß!!! Um 8 waren wir bei Cruz del Sur und ziehen noch einen Pisco Sour rein während wir auf den Bus warten. Daraus wurden 2 denn der Bus hatte eine Stunde Verspätung aber schließendlich kam er und wir stiegen ein. Etwas erschöpft bezogen wir unsere First Class Sessel und bereiteten uns auf die 14 Stündige Fahrt vor. Unglücklicherweise herrschte ein übler Gestank im Bus, so nach Fisch oder Urin aber dagegen war nichts zu machen. Schlafen konnte ich auch nicht obwohl Opa meint, er hätte mich schnarchen gehört. Komisch, das sagen immer alle obwohl ich schwören kann das ich nicht schlafe. Die ganze Zeit Serpentinen und es rutscht ganz schön hin und her. Nach 9 Stunden hält er irgendwo und ich schnell raus um eine zu rauchen, danach nur noch 5 Stunden bis Cuzco. Es ist schon hell und die Aussicht ist ganz anders als an der Pazifik-Küste. Die Berge und Täler sind grün und eine warme Vormittagssonne durchflutet den Bus. Von wegen Regen, hat uns der Roby doch einen Bären aufgebunden. Um 11:00 morgens erreichen wir Cuzco und ich bin fix und fertig. Roby schleppt uns zum Hotel und “Mamma Cuzco” empfängt uns freundlich. Die Zimmer sind noch nicht bezugsfertig, also entschliessen wir uns etwas zu essen. Was normales bitte. Die Höhenluft macht sich beim Laufern bemerkbar und ich habe ein flaues Gefühl im Magen. Cheeseburger hört sich gut an und anschliessend zurück ins Hotel um etwas auszuruhen und eine Dusche. Roby verabschiedet sich und geht in sein Apartment, wir werden uns am Abend wieder treffen. Leider kein warm Wasser und mit dem Versprechen das es abends wieder verfügbar ist machen wir uns eine Stunde später auf den Weg zum Bahnhof um Zugtickets für die Fahrt nach Machu Picchu zu kaufen. Dann die Kathedrale, Besuch kostet 25 Soles pro Person und ich muss den Opa überreden. Natürlich wundervoll und überfüllt mit Prunk. Wir lösen auch das Rätsel mit der Juan Carlos Inschrift. Ist nicht sein Grab sondern das eines berühmten Peruanischen Schriftstellers der auf den Wunsch des Königs von Spanien in die Kathedrale von Cuzco überstzt wurde. Wir haben noch etwas Zeit und machen eine Stadtrundfahrt in einem hölzernen Straßenbahnwagen. Diese zeigt uns neben jeder Menge Kirchen und Schulen auch den weissen Christo und die Festung von Sacsayhuaman. Zurück auf der Plaza des Armas gönnen wir uns heißen Kaffee und Schokolade und dann trifft auch Roby ein. Was jetzt? Abendessen steht an und das Cuy muß daran glauben. Mit Mühe und Not finden wir ein Lokal, mittlerweile regnet es wie aus Gießkannen und Opa entschuldigt sich offiziell bei Roby. Opa, Richard und ich wissen schon was wir wollen, Roby passt. OK, ganz ehrlich, es haut einen nicht vom Hocker. Der Geschmack ist eigenartig aber am schlimmsten ist, es hat gar kein Fleisch dran. Hier und da wird was aus dem armsähligen Tier herausgepult und das Beste (Kopf) lassen wir stehen. Egal, wir haben dem Meerschwein Ehre gemacht und dazu habe ich meinen ersten Mate de Coca getrunken. Immer noch im Regen kehren wir heim, Zeit zum Schlafen. Morgen wollen wir ein paar Ausflüge in die Umgebung machen. Es ist kalt geworden und mir frieren die Finger ein. Ich gehe ins Bett.

    • laura says:

      ehheheh du schnarcher….also hei ihr habt ja voll spass.. ich beineide euch…muss bestimmt anstregend sein aber es ist einfach cool! ist einfach eine andere welt hehe… un sagt mi mal eins warum hat opa das cuy brain nich gegessen?mhhhh…ok viel spass ihr gringos <3

  7. luigi says:

    So, heute war wohl ein echter Peru Tag. Nachdem wir das “Biletto Turistico” von Cuzco (130 Soles) erkauft haben sind wir zur Besichtigung von Sacsayhuaman übergegangen. Eins ist sicher, imponente Anlage über Cuzco, manch einer meint es wäre ein religiöse Kultstätte, andere wiederum behaupten es handelt sich um eine Festungsanlage. Aus den Ruinen ist weder das eine noch das andere zu erkennen. Aber imposant. Roby war so freundlich und hat sich als Führer betätigt und konnte uns so viele interessante Details und Informationen mitteilen. Ich habe den ganzen Tag über den Eindruck nachgedacht den die Anlage in mir geweckt hat und bin immer noch nicht schlüssig. Wenn man sich die enormen Steinen anschaut aus denen die Wälle bestehen muß man sich fragen wie so was möglich war. Es ist vor Ort ganz klar zu erkennen das jeder Stein vor seiner Platzierung eigens bearbeitet wurde damit er perfekt zu den anderen passt. Der logistische Aufwand mußte immens gewesen sein. Eigentlich macht es ja keinen Sinn jeden Stein anders zu gestalten aber Roby erklärte uns das die Fugen der Steinen wohl Tierfiguren ergeben auch wenn diese sehr schwer zu erblicken sind. Seitlich der Festung befindet sich ein Hügel der wohl bis vor 50! Jahren von einem Gletscher bedeckt war. Dort sind auch Terassenfelder zu sehen und diese dienten dazu, zusammen mit dem Wasser des Gletschers, die Selbstversorgung Sacsayhuaman zu garantieren. Der Stein der sich unter dem Gletscher befand ist glatt geschliffen und die Kinder der vielen Schulklassen die die Anlage besuchen vergnügen sich damit den Stein als Rutsche zu benutzen. Hinter dem Gletscher ist eine große Versammlungsarena und man gewinnt klar den Eindruck das an diesem Ort wichtige Entscheidungen gefallen sind. Immerhin dauerte die Besichtigung länger als geplant und so haben wir den Entschluß gefaßt gleich weiter nach Pisaq zu fahren. Flugs ein Taxi organisiert und ca. 45 Minuten später waren wir ein Pisaq. Ich war todmüde und habe von der Fahrt fast nichts mitbekommen da gepennt. Aber Richard hat sich einen schicken Sombrero gekauft. Ja, die Ruinen von Pisaq sind schon extraklasse. Eine gesamte Ortschaft ist auf einem Berg gebaut und man fühlt sich ein bisschen wie in Pompei. Nun, es geht ganz schön hoch und runter, Stufen über Stufen. Hier haben wir dann auch die Anstrengung gespürt und ich gebe offen zu, irgendwnn konnte ich nicht mehr. Alle andere waren tapfer. Auch hier wieder Schulklassen und wenn man sieht wie die Kinder ohne Mühe die Stufen hochspringen wird man ganz schön neidisch. Im Gegensatz zu Gestern war das Wetter gnädig und die Sonne schien unbarmherzig auf uns hernieder. Ich habe einen mords Sonnenbrand obwohl uns Roby mit Creme versorgt hatte. Wenn man so zwischen den (engen) Gassen steht, in Räume hineinspäht und ins Tal hinuterblickt verfällt man leich in eine Art Tagestraum in dem man versucht sich vorzustellen wie das Leben hier gewesen sein mag. Wie Menschen auf und ab gingen, ihrem Tagesgeschäft hinterher, Kinder die lachen, Wachen die sich langweilen und junge Männer den Frauen beim Waschen oder Kochen zuschauten. Irgendwann war die Puste aus und wir verzichteten auf die komplette Tour. Nichts wie zurück. Auf der anderen Seite des Berges spielte ein Peruaner Andenmusik mit einer Flöte die klar und deutlich überall zu hören war. Ich habe ihm was gesteckt. Mit einem weiteren Taxi zurück nach Cuzco und wir versuchen (nicht wirklich) eine weitere Sehenwürdigkeit zu besuchen. Die hat schon zu, also gehen wir zurück ins Hotel. Wir sind alle, Roby nicht, der verträgt das ganze hier doch etwas besser. Wir gönnen uns Kaffee und Mate de Coca während Roby zurück in seine Bude fährt. Er muss noch ein paar Sachen abholen da es morgen nach Machu Picchu geht und wir sehr früh raus müssen. Deshalb schläft er mit uns hier bei Mamma Cuzco. Als er wieder eintrifft entscheiden wir uns für Grillhendl mit Pommes als Abendessen das auch sehr gut geschmeckt hat. Na ja, die Pommes nicht wirklich. Etwas süßes zum Anschluss, dann wieder zurück ins Hotel. Zeit zum schlafen denn um 6:00 Uhr müssen wir aufstehen. Morgen ist endlich das Ziel meiner Reise dran und ich will fit sein. Habe Angst vor dem Muskelkater denn heute war es sehr anstrengend aber egal, Augen zu und durch. Mal schauen ob ich die Kraft habe euch morgen noch zu berichten, ansonsten am Sonntag. Schlaft gut, ihr Lieben, wir vermissen euch alle.

  8. tino says:

    aahh …. ich liebe Pisco Sour … eine halbe Flasche habe ich noch zu Hause. Werde mir heute Abend ein Gläschen gönnen und über eure Erlebnisse sinnieren. Freue mich jetzt schon über die “Dia-Show” per Projektor im Dezember. Nicht an Bilder sparen!!

  9. luigi says:

    Es ist Sonntag Morgen, 9:00. Milchkaffee und Marmeladenbrötchen an meiner Seite und die Welt sieht schon ganz anders aus. So lange (9 h) habe wir schon seit einer Weile nicht mehr geschlafen. Ich fühle mich gut auch wenn die Arme etwas schwer sind. Aus Machu Picchu habe ich so an die 20 Insektenstiche mitgebracht aber nachdem ich Mammma Cuzco fragte “Periglo?” winkte sie nur ab und sagte “no, no, es sanissimo”, “nein, nein, das ist sehr Gesund”. Sie ist der Überzeugung, die Mücken in den Anden würden die Gifte aus dem Körper ziehen, ganz im Gegensatz zu den Dschungelmücken die ein mit Gift vollpumpen. Ich bin beruhigt und schlucke das Placebo. Draussen krachen Böller, man hört Pauken, in Cuzco ist jeder Tag ein Fest und ich bin immer noch im Banne des gestrigen Tages.
    Vorweg, einer der schönsten in meinem Leben.
    Wir stehen um 6:00 Uhr auf und bestellen ein Taxi das uns zum Bahnhof von Poroy, etwa 20 Km außerhalb Cuzco, bringt. Wir sind kurz vor 7 da und fast die ersten. Am Tor zum Bahnhofsgelände stehen Frauen die alles mögliche verkaufen unde wir nehmen einen Kaffee. Am Abend davor haben wir uns mit Proviant eingedeckt, Wasser, Schinken, deutsches Brot, Käse und Brioches. Ich tunke meine Brioche in den Kaffee und freue mich über das Frühstück. Kurz vor 8 legt der Expedition Zug nach Machu Picchu ab. Auf den Wagons steht “Cuzco – Machu Picchu – Cuzco” aber in Wahrheit fährt er von Porroy nach Agua Caliente. Der Zug ist bequem, hat auch Fenster im Dach und ist voll.
    Wir bekommen einen Snack und geniessen die Aussicht. Manchmal wird einem Bange, so eng sind die Schluchten durch die wir fahren. Der Zug muss auch ein paar Manöver machen um die Gleise zu wechseln. Dazu benutzt er das Z Manöver, das heißt er kommt über den oberen Strich an, bleibt stehen, fährt dann rückwärts die Schräge runter um dann wieder vorwärts auf dem neuen Gleis weiterzufahren. Die Ansage im Zug preisst dies als höchts ingeniöse Methode an. Wir fahren durch fruchtbare Täler, dem Fluß Urubamba entlang. Maisfelder sind zu sehen, alle in verschiedene Stadien der Reife. Das Klima ermöglicht die Erde rund ums Jahr zu bestellen, so das man immer wieder Ernten kann. Es ist Cuzco´s Maiskammer aber die Umstände in denen die Leute leben sind erschreckend. Seit wir in Peru sind haben wir die tiefste Armut gesehen. Hütten aus Stroh, Kinder im Dreck, wilde Hunde überall, kein fließendes Wasser, machmal kein Strom. Der Zug schaukelt gemütlich dur die Täler, die Sonne scheint hinein und ich schließe die Augen für ein paar Minuten. Ab und zu bleiben wir stehen und die Ansage bittet uns, mit Rücksicht auf die Kinder, nichts aus dem Fenster zu werfen. Kinder, was für Kinder? Roby erklärt es uns. Die Strecke ist größtenteils eingleisig aber es gibt zweigleisige Abschnitte auf denen der hinfahrende Zug wartet bist der rückfahrende vorbei ist. So was wie eine Ausweichbucht. An diesen Stellen sammeln sich die Kinder um am wartenden Zug zu betteln und nicht selten wir eins der Kinder von dem passierenden Zug erfaßt. Ich habe Gänsehaut. Pünktlich nach “hora peruana”, also mit einer Stunde Verspätung erreichen wir Aguas Calientes. Dies ist der letze Ort bevor es auf den 2400 m hohen Macchu Picchu geht. Von hier aus geht es mit dem Bus weiter. Zuerst müssen wir noch Tickets kaufen denn anders als auf den englischsprachigen Tafeln angegeben kann man oben auf dem Berg keine Tickets kaufen. Wir suchen das Tourist Office und verlassen den Bahnhof um inmitten eines Touri Marktes zu stehen. Shops, Stände, ambulante Verkäufer, alles drängt sich auf 30 qm. Aguas Caliente ist durch den Fluß geteilt und besteht nur aus einer linken und einer rechten Seite. Die Ortschaft geht einfach von unten nach oben den Fluß entlang. Ein paar Hotels, nicht mal schlecht von außen, Restaurants, Bars, noch mehr Shops, das wahr´s. Hier gibt es nichts außer Tourismus. Wir findan das Tourist Office ePeru und stellen uns an aber ich merke gleich das wir erst Geld besorgen müssen. Am Desk steht groß “No Dolares, no Tarjetas, only Soles”. Suchen, fragen, suchen und wir stehen vor einem Automaten. Nur VISA Card, das merke ich nach den dritten abgelehnten Versuch. Kein Problem, habe ich auch. Geld gezogen, Tickets gekauft und jetzt noch Tickets für den Bus nach oben. Die Preise sind in US Dollar, 14 um genau zu sein, für hin und zurück. Ausländische Studenten kennen sie nicht und auch Roby muß 14 blechen. So ein Trip nach Machu Picchu ist nicht umsonst, mit Taxi, Zug, Bus und Eintritt beläuft er sich auf ca. 450 Soles, umgerechnet 110 Euro. Jetzt sind wir da, rein in den Bus und ich kriege das glückliche Lächeln nicht mehr von meinem Gesicht. Oben angekommen essen wir etwas von dem mitgebrachtem Zeug. Im Sanktuarium, so nennen die Peruaner die Anlage, sind keine Lebensmittel erlaubt. Was übrig bleibt geben wir bei der Gepäckaufbewahrung ab. Wir durchschreiten den Eingang und lassen unseren Pass abstempeln. Als ich an der Reihe war geht der Heini hinterm Tresen weg und ich stehe da wie doof. Nach ein paar Minuten ruft jemand “self, self”. Ok, ich soll selber stempeln. Mit Ehrfurcht nehme ich den Stempel in die Hand und drücke ihn auf eine leere Passeite. Er steht auf dem Kopf, egal. Die ganze Zeit hoffe ich nicht eine falsche Seite genommen zu haben und somit meinen nagelneuen Pass augenblicklich entwertet zu haben. Rein in die Anlage und unsere schlimmsten Befürchtungen werden wahr. Stufen, unzählige Stufen führen hinauf. Pisaq steckt uns noch in den Knochen und wir kennen keine Scham mehr. An jeder Biegung bleiben wir stehen und atmen tief ein. Auf jeden Fall sind die 1000 meter weniger als Cuzco zu spüren. Es geht einfacher. Nach 20 Minuten Stufen erreichen wir ein kleines Plateau und sehen zum erstenmal die verlassenen Stadt mit eigenen Augen. Foto, Foto. Ja, sie ist kleiner als man sich vorstellt aber wunderschön. Wem ich auch immer danken soll für das Wetter, es ist genau das Richtige. Sonnenschein und Wolken, so das immer etwas Schatten auf einen fällt. Es ist wirklich angenehm. Von hier aus betrachtet gibt sich die Stadt ruhig und entspannend. Sie liegt so hoch oben zwischen den Bergen, vom Himmel geküßt. Eine Ruhe geht von ihr aus, eine fast mystische Atmosphäre ist spürbar. Weitere Stufen, aber das stört uns jetzt nicht mehr. Wir sind schon aufgeladen worden, wir fühlen uns tatenfreudig. Um uns herum Touristen, nicht so viele wie ich gedacht hatte und Schulklassen mit dem universell gelangweilten Blick in den Augen, Handy in der Hand. Schüler sind überall auf der Welt gleich. Dafür glänzen meine Augen. Nach 40 Jahre endlich in Machu Picchu. Ich merke sofort das hier nicht ausserirdisches ist. Das war harte schwere Menschenarbeit, sicherlich unbegreiflich aber garantiert menschlich. Um so besser. Was der Mensch alles erreichen kann ist hier zu sehen. Den Mond erreichen oder diese Stadt erbauen, ich weiss nicht was schwieriger war. Wir erreichen das Stadttor. Foto, Foto. Ich will unbedingt den Sonnenstein sehen, Intiwatana, Ort an dem die Sonne angebunden wird. Noch mehr Stufen und wir haben ihn erreicht. Man sagt, es gehe eine magische Kraft von ihm aus. Die Leute halten ihre Hände darüber, wir auch. Foto, Foto. Dann steigen wir hinunter zu großen Platz und erreichen etwa später den Zeremonie Stein. Hier ist auch das Tor das zu Huayna Picchu führt. Es ist verschlossen denn sie lassen nur am Morgen max. 400 Personen hinauf. Wir sind sowieso zu spät und ich hätte es eh nicht gemacht, zu beswchwerlich. Der Gringo kommt vielleicht noch mal her, über den Inca Trail (7 Tage über Stock und Stein zu Fuß), dann will er den Huayna Picchu erklimmen. Etwas ausruhen und wieder in Trance verfallen. Wen man bedenkt das sich hier nicht mehr als 500 Menschen auf einmal befunden haben kann man den Erholungswert von Machu Picchu erkennen. Berücksichtigt man auch das sich hier die Jungfrauen des Sonnentempels befunden haben wird der Erholungswert allzu deutlich.Von wo man auch ins Tal hinunter schaut, die Terrassengärten sind überwältigend. Kein Feind konnte unerkannt bleiben, keine Gefahr war unvorsehbar. Die Gebäude stehen fast alle noch, es fehlen nur die Dächer. Schade ist das hier so wenig Informationen zu finden sind, keine Tafeln, keine Erklärungen. Es wäre wünschenswert eine Beschreibung der Gebäude, Tempeln und Räumlichkeiten vor Ort zu haben aber vielleicht denken die Peruaner das damit den vielen Führer die Arbeit weg genommen wird. Wer weiss? Wir beginnen schon den Rückweg der Besichtigungstour. Sie führt uns durch Lagerhallen und Werkstätten. Wir erreichen den Tempel des Kondor und können einen riesigen Monolith bewundern der wie von selbst in der Luft schwebt. Oben drauf ist Mauerwerk, wunderbarer Beweis der volkommenen Symbiose zwischen Architektur und Natur die den Inkas eigen war. Unter dem riesigen Stein erkennt man einen Eingang zu den unterirdischen Gänge die die Stadt durchziehen sollen. Keiner geht rein, ist vielleicht auch gar nicht erlaubt. Wir gehen weiter und können nur Staunen über die Aussicht und den Frieden. Wir sehen ausgeklügeltes Wassersystem und ewig grüne Terrassen. Roby erklärt das das Andengras nicht hoch wächst und den Boden zusammenhält. Keiner muß es mähen, so was brauche ich auch. Nach 2,5 Stunden verlassen wir die Anlage. Wir haben nicht alles gesehen, wie auch. Um 5 macht das Sanktuarium zu und wir gönnen uns eine Zigarette. Auf 2500 Meter ist das nicht so schlimm. Also, in den Bus zurück nach Agua Caliente und auf T-Shirt Jagd, können aber nicht wirklich was tolles finden. Im Bahnhof warten wir auf den Zug und ich lasse meine Gedanken nochmal zur Inka Stadt schweifen. Es wird dunkel, wie wird es wohl da oben aussehen. Der letzte Sonnenstrahl ist hinter den mächtigen Bergen verschwunden, die Vögel sind verstummt und nur das weite Rauschen des Urubamba erfüllt die Nacht. Die letzen Lichter gehen aus und die mächtigen Sonneherrscher legen sich zur Ruhe. Der Zug ist bereit, diesmal ist es Vistadome Service, aber nur bis Ollanta, von dort müssen wir eine Fahrmöglichkeit nach Cuzco finden. Der Zug ist wieder voll und ich habe kein Zweifel das es uns gelingen wird. Es gibt auch diesmal einen Snack und dann bietet das Zugpersonal etwas Unterhaltung. Zuerst eine Darstellung einer typischen Teufelsfigur die bunt wie ein Harlekin mit einer nicht mal so bösen Maske durch den Gang hüpft und die Gäste erschreckt, dann eine Alpakawolle Modeschau. Ich kaufe etwas, ist aber eine Überraschung. In Ollanta finden wir für 40 Soles eine Fahrgelegenheit nach Cuzco, im Laderaum nehmen wir noch den Zugführer mit. Der Fahrer scheint nicht mehr ganz fit zu sein und auf der 90 minutigen Fahrt ist er öfters auf der falschen Fahrbahnseite als mir lieber ist. Ich klopfe ihm auf die Schulter und frage “todo bien?”. “Si, si, todo bien”. Wenigstens habe ich ihn aufgeweckt, eine Polizei Kontrolle tut das weitere um seinen Adrenalinspiegel zu steigern. Etwas nach 10:00 Uhr abends erreichen wir Cuzco und ich schaffe es noch eine warme Dusche zu nehmen. Es ist Samstag abend und die Stadt ist in Aufruhr. Überall Menschen die das Wochenende feiern wollen aber wir sind erledigt. Glücklich und zufrieden legen wir uns ins Bett, Roby fährt noch zu seiner Bude. Das war ein wundervoller Tag.

    • tino says:

      Schoen erzaehlt. Als ob ich dabei gewesen waere. Agradisiyki!
      Ach … uebrigens … wenn du Platz hast, im Koffer … bring mir doch eine schoene (Kaffee/Tee-) Tasse mit :-)

    • Phil says:

      Das muss echt der Wahnsinn sein da oben. Kanns mir nur schwer vorstellen, obwohl mich schon einige Phönixdokumentationen gebannt haben. Aber is halt nich dasselbe. WILL AUCH!!!!

  10. luigi says:

    Ausruhen war angesagt. Den Sonntag haben wir locker angehen lassen und den Vormittag bei Kaffee und Brioches und Quatschen. Unglücklicherweise geht es dem Opa nicht so gut und er muss sich ausruhen. Die Strapazen und die Höhe machen ihm zu schaffen. Es ist nicht schlimm aber wie selbst Richard anerkennt, Hut ab vor dem 70jährigen. Wir lassen den Opa in Mamma Cuzco´s fürsorgliche Hände und machen uns auf den Weg nach Molino. Das ist der Markt in Cuzco auf dem alles zu finden ist. Wer weiss was ich meine kann sich mit Porta Portese etwas darunter vorstellen auch wenn der Molino viel enger und kompakter ist. Er besteht hauptsächlich aus 1 qm großen Kästen, nach vorne offen. Diese sind vollgepackt mit allen möglichen Dinge und der oder die Verkäuferin sitzt mitten drin. Es gibt alles was man braucht, von Elektronik bis zu den neusten Raubkopien aus Film und Musik, Haushaltsgegenstände, Nahrungsmittel, hunderte verschiedene Sorten von Kartoffeln, Mehl und Mais, viele Sachen kenne ich nicht. Es gibt Kleider und Schuhe, Kinderspielsachen. Frischer Fisch und unbekannte Fruchtsäfte. So einen gönnen wir uns, ein Jugo Especial. Drin ist neben Bier und Eier alles was im dem Stand als Obst zu sehen ist. Er schmeckt stark nach Banane, aber trinkbar. Wir laufen weiter und sehen auch die Grasverkäufer die das Gras für die Cuys den Berg hochtragen um es hier zum Verkauf anzubieten. Kinder spielen im Dreck, die meisten essen gerade da Mittagszeit. Sie löffeln irgend etwas das wie Reis mit Huhn aussieht aus Plastikbehälter. Fressbuden gibt es auch, stark umzingelt und es riecht nach allem mögliche, nicht nur Essen. So schlendern wir nocht etwas durch auf der Suche nach einem Platz der etwas Vertrauen einflößt, können ihn aber auf Anhieb nicht finden. Wir verlassen den Markt und besuchen ein Touristik Markt in dem Souvenirs und andere Sachen angeboten werden. Die Stimmung ist deprimierend, es ist Sonntag und es sind wenige Menschen unterwegs. Immerhin finden wir so etwas ähnliches wie ein Food Court und die Tische sehen gut aus. Hier wollen wir essen und auf der Speisekarte steht Alpaka. Sehr gut, wollte ich sowieso probieren. Also Alpaka a la parilla con puree. Das gegrillte Alpaka Steak sieht gut aus und schmeckt wie…….Schwein! Hmmmm? Verarschen die uns? Ich hätte doch eher in Richtung Ziege oder ähnlisches getippt. Kartoffelpuree können sie auch keins machen, es läuft förmlich vom Teller. Anschliessend ein Kaffee auf der Plaza des Armas. Roby empfiehlt ein Lokal wo, so nennen sie ihn hier, französicher Kaffee angeboten wird. Für mich ist es schwedischer den sie servieren ihn aus der Ikea Kaffe Maschine. Ich nehme Cafe Irlandes. Wir sitzen auf dem Balkon, betrachten die Kathedrale und lauschen einem Prediger zu der seine Weisheiten auf dem großen Platz zum besten gibt. Es ist kühl aber angenehm. Den Opa kann ich telefonisch nicht erreichen aber per SMS teilt er mir mit das es ihm besser geht. Um 5 gehen wir zurück ins Hotel und treffen ihn in besserer Verfassung an. Wir unterhalten uns noch etwas und entscheiden uns für ein leichtes Abendessen. Wir wollen ein Tapas Restaurant besuchen aber dort angekommen ist kein Platz mehr frei. Reservierung bitte. Na gut, dann was anderes. Wir beiben bei europäisch und betreten das “Inka…”. Name habe ich vergessen. Gediegene Atmosphäre, Weingläser auf dem Tisch, viele Kellner. Opa nimmt Salat, ich Hähnchen mit Reis (der Renner in dem Laden), Richard ein Burger und Roby Alpaka, da er Mittags was anderes hatte. Was soll man sagen, es schmeckt tatsächlich wie Schwein. Wir rätseln eine Weile drüber nach warum, kommen aber zu keinem Resultat. Es hat gut geschmeckt, für Peruanische Verhältnisse war es auch teuer aber wir sind zufrieden. Den Abend lassen wir im Pub ausklingen, bei Bier und Jackie Cola (3 Euro 20, hörst du Uwe). Wir spielen Darts und 9-Ball. Opa geht früher zurück, wir machen Schluss um Mitternacht. Ach so, Puno und Titicaca lassen wir aus und verbleiben in Cuzco bis zum Schluss. Wir wollen uns den Stress nicht geben, Titicaca ist nochmal 1000 Meter höher als Cuzco und hier ist es schon anstrengend genug. Ich werde an die Tasse deken. Ciao an alle.

  11. tino says:

    Also .. ich muss schon sagen, 3.20 fuer einen Jack ist ein ordentlicher Preis, vor allem fuer die Verhaeltnisse dort. Ich nehme an, dass in der Kneipe nur Gringos waren und keine Lokal-Matadoren.
    Schade um Titicaca, aber es ist doch meistens so, dass die Realitaet alle Plaene einholt.
    Geniesst noch Cuzco und bringt unseren Vater heil heim!! Gruesse an alle Eroberer.

  12. luigi says:

    Montag Morgen treffen wir uns vor dem Peruvian Airline Büro. So war es wenigstens geplant. Wir sind etwas früher da und wollen die Tickets für den Flug nach Lima kaufen. Gestern waren noch welche für 139$ zu haben, heute kosten sie 195$. Das ist uns zuviel. Wir überqueren die Gasse und betreten ein Reisebüro. Die Leute dort finden Flüge mit Taca Airlines für 105$. Das ist in Ordnung. Die Besitzerin hat Verwandte in Verona und wir sind ihr sympatisch. Ihr Sohn, schwer sehbehindert, arbeitet am Computer für sie. Er muss das Gesicht so nah an den Monitor halten das seine Nase ihn berührt. Ich schaue entsetzt zu, wird es mir auch mal so gehen? Unsere Dolares reichen nicht, also zahlen wir in Euro. Mit grosser Erwartung warten wir auf die Bestätigung der Tickets und als Roby zu uns stößt kommt sie gerade aus dem Drucker. Wir sind auf den Flieger gespannt aber das ist erst am Mittwoch.
    Geplant für heute sind Coricancha und was dann noch geht. Das Kloster des Heiligen Dominque wurde um den Inca Tempel einfach drum herum gebaut. Coricancha war das Zentrum des Inca Reiches und von hier aus ging es in alle 4 Provinzen. Zu sehen sind noch Überreste einiger Gebäude und viele Steine, die kunstvoll bearbeitet sind. Den Konquistadores wird mehr Raum geboten, Reliquien, Heilige Bilder, Könige und Prinzessinen. Wir schauen uns alles gemütlich an, wir haben gelernt, kein Stress mehr. An einer Wand hängt ein Gemälde eines Peruanischen Künstlers der eine Darstellung der Michstraße, so wie die Inca sie sahen, gemalt hat. Im Gegensatz zu uns betrachten die Incas den Himmel mit dem Focus auf Hell-Dunkel Spots und bildeten daraus Sternenbilder, sprich Menschen und Tiere die am großen Fluss (Milchstraße) trinken. Das Gemälde ist sehr schön, wir hätten es gerne mitgenommen. Wir verlassen das Kloster und besuchen das Museeum. Viele Artefakte sind ausgestellt und einiges über die Geschichte ist zu finden. Mann muß sich immer vor Augen halten das der Höhepunkt des Inca Reiches so um 1500 nach Christus war, also, als bei uns der Kölner Dom fertiggestellt wurde. Allerdings gab es viele PreInca Kulturen und die Incas haben einfach von diesen übernommen. Immerhin interessant da viele Tafeln über Geschichte, Kunst, Handwerk, Soziale Strukturen usw. erzählen. Nach dem Museeum haben wir Durst und Hunger und Roby bringt uns in einen großen Markt, gegenüber dem S. Pedro Bahnhof. Der ist anders als Molino, die Stände sind alle offen und man findet Nahrungsmittel aus allen Klimazonen. Geschlachtete und lebendige Tiere, allerlei Sorten Getreide, Mais, Kartoffeln, Mehl, Gemüse. Brot in hundert Variationen, Süßigkeiten, Torten und Kuchen. Das Obst lacht einen richtig an, Bananen, Melonen, Ananas, Erdbeeren, Sternfrucht, Orangen, Pfirsiche, Äpfel, Trauben, viele kenne ich nicht, endlich Paranüsse. Kaufe gleich 5 Beutelchen. Zuallererst gönnen wir uns einen frisch gepressten Obstsaft, dann suchen wir die Futterecke auf. Die ist riesengroß. Es gibt immer eine Theke und vor der stehen 2 oder 3 reihig Bänke. Die erste Reihe kann den Teller auf die Theke legen, alle weiteren Reihen müssen ihn in der Hand halten. Es gibt bestimmt 6 Thekenreihen die an allen vier Seiten Speisen anbieten aber es ist größtenteils immer das selbe, Lomo Saltado, Aji de Gallina, Pescado alla Plancia. Alles wird mit Reis serviert. Wir finden ein Platz und futtern nach belieben. OK, hygienische Verhältnisse mal ausgelassen sind wir mit unserem 3,50 Soles (1 Euro) Mittagessen zufrieden. Ein bisschen spazieren, dann Kaffee auf der Plaza des Armas, den Leuten zuschauen. Beim verlassen des Cafe tappen wir in eine kleine Reiseagentur denn die bietet eine Fahrt nach Moray und Salineras de Maras für 30 Soles pro Kopf an. Da wollten wir sowieso hin, also buchen wir das für morgen. Richard passt denn er will sein Buch fertiglesen. Der Opa wollte noch den Friedhof von Cuzco besuchen und somit nehmen wir ein Taxi ohne Richard dorthin. Wir erreichen das Viertel Almudena und betreten den Friedhof gerade als eine Trauergesellschaft herauskommt. Dazu spielen 3 Typen irgendetwas auf Pauke und Trompete. Richtige Katzenmusik. Am Eingang sehen wir die Tafel von der Roby gesprochen hatte; mit der Liste der Gräber die in der Bezahlung überfällig sind. Der Friedhof ist groß und besteht hauptsächlich aus „Hochhäuser“. Das sind senkrechte Konstruktionen in denen sich bis zu 8 Reihen Nischen befinden. Manche enthalten Särge, die kleineren Urnen. Fast alle sind mit einem Fenster verziert hinter denen die Angehörigen Gegenstände die dem Verstorbenen lieb waren plaziert haben. Alles ist zu finden, Handys, Kakteen, Schuhe in Miniatur, Ehrentafeln, Abzeichen, Plüschtiere in Unmengen und sehr oft kleine Bierflaschen. Letzteres as Zeichen der Freude die der/die liebe bei dem Getränk empfand. Es gibt auch Familiengräber und Kripten. Manche Wände beinhalten nur Mitglieder eines christlichen Ordens, andere Nischen haben nicht Mal eine Tafel, sondern der Name ist einfach in den weißen Kalk eingeritzt. Roby macht uns darauf aufmerksam das fast ausschlieschlich spanische Namen zu lesen sind, Zeichen das die ärmere Bevölkerung gar nicht in den Genuss des Friedhofs kommt da zu teuer. Als wir den Friedhof verlassen ist die Trauergesellschaft von vorher immer noch da und sitzt auf den vorgelagerten Stufen. Die Musik ist glüchlicherweise verstummt und alle haben ein Bier in den Hände, Männlein und Weiblein. Kinder springen und rennen. Manche Leute lachen, manche weinen, Leichenschmaus auf Peruanisch. Da wir noch etwas Zeit haben und morgen ja nicht so spät raus wollen, die Fahrt nach Moray geht um 9:00, fragen wir Roby ob er nicht bei uns schlafen will. Er läßt sich überreden aber er muß noch was aus seinem Apartment holen. Wir begleiten in dorthin, am Rande der Stadt. Sein Bett ist im 6ten Stock und wir nehmen die Treppe gefaßt in Angriff. Es ist spartanisch aber er meint das wäre Luxus. Keine Wiederrede. Das Taxi hat auf uns gewartet und wir fahren zurück zu Mamma Cuzco. Dort noch einen Kaffe und ein bisschen plaudern, dann machen wir uns auf den Weg zum Inder. Heute Abend wollen wir das Indische Buffet für 15 Soles „all you can eat“ probieren. Der Laden ist leer aber das Essen ist gut. Gemüse, Lamm, Huhn, alles schmeckt vorzüglich. Die Peruaner allerdings mügen das nicht so, zuviel Soße. Der Laden bietet als Gag einen kostenlosen Anruf wo immer man will an und wir denken daran den Tino anzurufen. Als ich die Nummer aus dem Handy hole fällt mein Blick auf die Uhrzeit. In Mallorca ist es 5:00 Uhr morgens, das will ich ihm nicht antun. Die Ladenbesitzerin bietet mir an am nächsten Tag vorbeizukommen, das ist echt freundlich aber ich lehne ab. Wir machen noch einen kleinen Spaziergang und landen wieder in dem Pub vom Vorabend. Ich probiere ein „Machu Picchu“. Finger weg, sage ich nur. Der Drink hat die Farben der Peruanischen Flagge und schmeckt, na ja.
    Nach etwas Billard ist es Mitternacht und Opa und ich machen uns auf den Heimweg. Roby und Richard kommen etwas später nach. Gute Nacht.

  13. luigi says:

    Letzter Tag in Cuzco und es regnet. Nach dem Frühstück, leise, Richard nicht wecken, gehen wir hinunter zur Plaza des Armas um unseren Ausflug zu beginnen. Der Gringo, das muss man gesehen haben, sieht aus wie Clint Eastwood mit seinem Poncho. Unten angekommen fällt mir ein das ich den Beleg für die Reise im Zimmer gelassen habe. So ein Mist, welche der 15 Reiseagenturen war es denn wieder? Cool bleiben, meint der Peru Experte, wir werden ja nicht die einzigen sein die den Ausflug gebucht haben. Da stehen wir also blöde rum und ich spiele echt mit dem Gedanken zurück zu gehen um den Beleg zu holen als uns jemand anspricht. Es ist der Verkäufer vom Vorabend, Gott sei Dank. Wir standen vor dem falschen Laden aber er hat uns gesucht und gefunden. Er bringt uns zu dem Bus, ein Kleintransporter, 20 Personen max. Das funktioniert so, die Agenturen verkaufen die Reise und bringen dann ihre Kunden zu einem Fahrer der alle mitnimmt. Ist ein gutes System und wir sitzen im Bus. Etwas warten auf den Führer, Leo, und es kann los gehen. Leo ist über 70 und spricht auch englisch und somit kriegen wir etwas von dem was er erzählt mit. Erste Etappe ist Chinchero, das Agrarzentrum Cuzco´s, inmitten des Urubamba Tals. Dort besichtigen wir zuerst einen lokalen Handwerksbetrieb, Weben und Färben von Schafs und Alpaka Wolle. Wir Westler wissen ja nicht mehr wie man das machte, der Opa hätte die Vorführung selber halten können und erzählt von seiner Oma der er oft dabei geholfen hatte. Anschliessend geht es schön hinauf, 3800 Meter ü/M, zur Kirche. Leo verarscht uns etwas indem er die Wandmalereien mit denen der Sixtinischen Kapelle vergleicht. Ich bin sicher er war noch nie in Rom. Immerhin, wunderbarer Ausblick und eine Ruine als Kirche die immer noch in Gebrauch ist. Der Ort selber ist voll mit Inka Mauern und die Landflächen sind immer noch terrassenartig angelegt. 90 Minuten später geht es weiter nach Moray. Hier haben die Inka ein Loch, 150 Meter tief, in den Berg gegraben und terassenförmig angelegt. Muss man selber sehen, ist fantastisch. Sie züchteten auf den Terrassen unterschiedliche Pflanzen und beobachtenten die Entwicklung selbiger. Im untersten Kreis ist es 8 Grad Celsius wärmer als auf der Anhöhe. Ein altertümliches Labor, voll in der Natur integriert. Die Inkas waren vorzügliche Agrarwissenschaftler. Wir gehen nicht herunter, es sieht von oben eh besser aus und da der Regen aufgehört hatte brennt uns die heiße Mittgassonne auf die Birne. Weiter geht es zu den Salineras. Dazu fahren wir durch Moras, das einmal das Zentrum des Salzmonopols, zu Inka Zeiten wie auch bei den Spanier, war. Davon ist nichts mehr zu sehen. Der Ort ist erschreckend erbärmlich. Besitzt fast keine gepflasterte Straße und die Hälfte der Häuser sind verfallen. Einziges Zeugnis einer so prunkvollen Vergangenheit sind gravierte steinerne Türsturze an den Häuser der einstigen Spanischen Verwalter. Wo Armut herrscht ist das Elend nicht weit. Nichts wie raus hier. Wir erreichen den Eingang zu den Salineras, Wasserbecken die aus einer 45% Salzlösung von einer unterirdischen Quelle gespeisst werden. Es geht tief ins Tal hinunter und jedes entgegenkommende Fahrzeug bringt unseren Bus immer näher an den Abgrund. Die Strasse oder eher der Eselsweg ist richtig schmal. Gut das ich links sitze und nicht alles mitbekomme. An einer Stelle halten wir für eine Minute um Fotos zu machen. Ergreifender Anblick. Die weissen Becken, manche mit Wasser, andere nur noch mit Salz gefüllt erstrecken sich durch das ganze Tal. Was für ein ausgeklügeltes System. Ein kleiner Rinnsal speisst die Becken die über eine Öffnung verschlossen werden können. Dann läßt man das Wasser verdunsten und übrig bleibt das Salz. Diese Becken sind alle in Privathand, keine Genossenschaft. Früher wurde das Salz mit Esel oder Lama abtransportiert, jetzt sind es LKW´s. Als wir das Tal erreichen gibt es noch ein High Noon mit einem Auto das partout nicht zurück fahren wollte um unseren Bus durchzulassen. Über 3 Minuten haben sich Fahrer angeschaut und am liebsten wäre ich ausgestiegen um den Idioten aus dem Auto zu ziehen aber unser Fahrer hat dann doch unter Buh Rufe nachgegeben und etwas zurückgesetzt. Runter zu den Becken und eine ewige Treppe wieder hinauf. Wir warten noch auf 2 Mädels, dann kann es zurück nach Cuzco. Ich döse etwas ein und bekomme ein Rennen mit einem LKW nicht mehr mit. Selbst Roby ist der Meinung das der Preis des Ausfluges dem Spassfaktor entspricht, besonders als sich der Fahrer in Cuzco 2 Mal verfährt und wir am Ende noch aus dem Bus aussteigen müssen weil er einen Berg nicht mehr hoch kam. Die ganze Zeit klingelt dem Fahrer sein Handy weil sein Chef wissen will wo er bleibt. Um es zu bedienen braucht er einen Stift da einige Tasten nicht mehr vorhanden sind und das während dem Fahren. Schauder!. Mit ein und halb Stunden Verspätung erreichen wir unser Ziel und treffen auf Richard der seit einer Stunde auf der Plaza des Armas auf uns wartet. Wir haben alle noch nichts gegessen und Roby empfiehlt eine Bäckerei in San Blas, das Künstlerviertel. Wir wollen nur eine Kleinigkeit, es ist schon spät und unser Tisch im Tapas Laden ist auf 20:00 reserviert. Aus dem geplanten Museeumsbesuch im Naturhistorischen Museeum wird nichts mehr und deshalb kehren wir bei Mamma Cuzco ein. Wir nutzen die Gelegenheit um eine Folklore Veranstaltung im „Centro Qosqo de Arte Nativa“ zu besuchen. Roby will nicht mit und fährt heim um uns später bei den Tapas zu treffen. Opa, Richard und ich machen uns auf den Weg und als die Veranstaltung beginnt ist der Saal voll. Es werden verschiedene Tänze aus der Region aufgeführt und ich muss sagen, es war sehr unterhaltsam.
    Um 20:00 Uhr ist das Spektakel aus und wir nehmen ein Taxi zu Cicciolina, so heisst der Tapas Laden. Dort angekommen teilt uns Roby mit das unser Tisch vergeben wurde und es kommt zu einigen unschönen Szenen. Er kann ja nichts dafür aber wir sind der Meinung er hätte was dagegen tun können. Die Stimmung ist versaut und wir nehmen aus Prinzip den erstbesten Laden der uns entgegenkommt. Leider isst Roby nichts da beleidigt obwohl das Essen gut war. Nach und nach läßt die Anspannung nach und weil es wieder zu regnen angefangen hat gehen wir zurück ins Hotel. Ein bisschen Plaudern, noch ein Kaffee, Richard stellt fest das er seine Check-Karte in einem Automaten hat stecken lassen, vorgestern! Es kommt wie es kommen muß, wir umarmen uns, große Verabschiedung und dann fährt Roby zurück. Ich hätte ihn gerne mitgenommen aber er will seine Arbeit hier fertigstellen. Es ist jetzt schon sehr spät, eher früh und in ein paar Stunden beginnt unsere Rückreise. Wir werden jetzt ca. 24 Stunden unterwegs sein. Na dann, bis bald.

  14. luigi says:

    Ende gut, alles gut.
    Die Rückreise erweist sich einfacher als die Anreise. Um 5:30 stehen wir auf da das Taxi auf 6:00 bestellt ist. Wir bezahlen und verabschieden uns von Mamma Cuzco, nicht ohne vorher noch ein paar nette Zeilen in ihr Gästebuch geschrieben zu haben. Mit einem Gefühl der Erleichterung steigen wir die Höllentreppe zum letzten Male hinab und los geht’s zum Flughafen. Eichecken bei Taca Airlines und wir haben noch Zeit für Kaffee und Brioche. In Peru muss man am Flughafen die Airport Tax noch selber bezahlen. Abflug Cuzco kosten 3,20 $, in Lima werden es 31 $ sein. Das Flugzeug ist bequem und viel besser als ich mir vorgestellt hatte. Damit wäre ich lieber heim geflogen als mit der ollen Iberia Maschine. Besonderheiten am Rande: eine Frau checkt einen 20 Liter Eimer voll mit Eiern ein, Eier, Sand, Eier, Sand usw.., müssen wohl kostbare Eier sein oder die Hühner in Lima sind alle tot. Desweiteren, Richard kommt durch die Sicherheitskontrolle mit einem halben Liter Wasser im Rucksack und ich sehe Kinder die Sicherheitskontrolle passieren während sie genüsslich durch einen Strohalm ihren Fruchtsaft aus einem großen Tetrapak trinken. Also, für alle die daran interessiert sind, Cuzco und Flüssigkeiten, kein Problem. Der Flug über die Anden ist ruhig. Die Aussicht ist allerdings ganz anders als bei uns in Europa. Wenn wir die Berge überfliegen sehen wir Schnee und grüne Täler während in Peru alles karg und braun ist. Diese Gipfel liegen deutlich über der Baumwachsgrenze, das ist der Grund.
    In Lima angekommen holen wir unser Gepäck ab und nach etwas suchen und fragen finden wir den Iberia Schalter um nach Europa einzuchecken. Kein Problem. Ich versuche noch einen Schalter für Tax Refund zu finden aber vergebens. Alle die ich frage nicken nur, verstehen aber gar nicht was ich meine. VAT??? Was ist das. Ich frage schlussendlich einen Zollbeamten, der weiß was ich meine. Klar, geht. In Lima zur Außenhandelskammer gehen und ein Export Manifest ausfüllen. Zeitbedarf: keine Ahnung. Man bekommt dann ein Scheck den man in einer Bank einlösen kann. Unter Berücksichtigung der Tatsache das unser Flug in 2 Stunden abhebt verzichte ich auf das Einfordern der 20 Euro und wir begeben uns zum Gate. Zeit für eine Kippe. Richard und ich suchen das Raucherloch und landen in einer Flughafenbar. die Kippe kostet uns eine Espresso und einen Kaffee, 11$. Das ist heftig, deswegen rauche ich gleich zwei. Boarding. Wir steigen in den Flieger und los geht’s über den Amazonas und Atlantik zurück nach Spanien. Vorkommnisse: keine. Das Essen ist miserabel, die Sitze hart, ich versuche zu schlafen. Einziges Highlight ist der versprochene Teller Spaghetti der uns zu Hause erwartet. 12 Stunden später, es ist noch dunkel, landen wir in Madrid. Ich bin gerädert, den anderen geht es nicht besser. Auf dem Flughafenklo suche ich den Eimer in dem das Toilettenpapier geworfen wird, halt, wir sind in Europa, da kann man es ins Klo werfen. Die Zivilisation hat uns wieder. Koffer holen und wieder einchecken. Wir verabschieden uns von Richard denn er fliegt von Terminal 1, Lufthansa, der glückliche. Er ist ein guter und verständnisvoller Reisebegleiter. Es war schön das er dabei gewesen ist. Der Bologna Flug ist wie immer verspätet, der Opa meint ich soll mich nicht aufregen. Mir tun die Füße weh, stinke und fühle mich dreckig, ich will nach Hause. Endlich geht es los, nur halbe Stunde Verspätung, fast ein Rekord. In Bologna erwarten uns die Damen und der Opa nimmt noch den falschen Koffer mit. Zum Glück rauchen wir noch eine bevor wir losfahren und so erreicht ihn der Anruf des anderen Passagiers noch auf dem Flughafengelände. Koffertausch, Entschuldigung und losfahren. Glorie, wir kommen. Zu Hause angekommen meldet sich Richard. Er sitzt schon im Auto, First Class, und ist auf den Weg nach Dresden zu seinen Großeltern. Somit endet diese kleine Reise in eine ferne und andere Welt. Danke an alle die teilgenommen haben, nah und fern. Ein bisschen traurig bin ich wegen dem Gringo, der noch 6 Wochen aushalten muss, aber auch die gehen vorbei. Bleibt dabei, demnächst werden die Fotos hoch geladen.
    Ende gut, alles gut.

  15. PrinzessinSonneschii says:

    Ein super Bericht! Ich hab’ bis heut morgen um drei Uhr noch deine/eure Erlebnisse “eingesaugt”! Ich dacht erst, da tut sich gar nichts mehr, und El Gringerino scheibt auch nicht mehr, bis ich gestern abend den Reisebericht gesehen hab. Ist “etwas” versteckt…
    Dazu kam gerade passend auf Cinemix.us Alexandre Desplat – On lake Pontchartrain. Was für eine Stimmung!

    http://www.youtube.com/watch?v=etZG6kqz7TA&feature=related

    Tolle Reise und alle wieder ein Stücken weiser… Auch die Leser…

  16. luigi says:

    Fotos
    So, jetzt sind alle Fotos hochgeladen, die unserer Reise sowie diejnige die der Roby mir auch noch mitgegeben hat. Alle Bilder sind unter dem Menuepunkt Fotos… zu finden. Wer es eilig hat kann “Peru in 7 Tage” hier direkt anspringen. Es sind auch endlich die versprochenen Videos gekommen. Danke nochmal und ciao.

  17. luigi says:

    Letztes update. Auch Richard hat seine Fotos zur Verfuegung gestellt und beinhalten nebn ein paar von Cuzco eine ganze Machine mit Machu Picchu. Danke Richard. Das war der allerletzte Eintrag hier. Diese Reise wird uns immer in Erinnerung bleiben.

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